Montag, 24. Januar 2011

Karlsson als Haushaltsterrier

Lakeland Terrier entstanden aus den Arbeitsterriern des Lake Districts in Nordengland. Die Terrier wurden bei den Fuchsjagden eingesetzt, die von den Farmern veranstaltet wurden, wenn Füchse in die Schafherden eingebrochen waren. Von den Lakelands verlangte man, den Fuchs unter der Erde aufzustöbern – und zu töten! Sie gingen auch mit auf Otter- oder Dachsjagd und hielten natürlich Haus und Hof von Ungeziefer wie Mäusen und Ratten frei. Diese Veranlagung steckt bis heute in den Lakelands und natürlich auch in Karlsson. Unglücklicherweise gehe ich nur äußerst selten –ehrlich gesagt eigentlich nie!- auf Fuchs-, Dachs- oder sonst irgendeine Jagd und in unserem Haus gibt es selbstverständlich keine Ratten und Mäuse. Das finde ich natürlich gut. Karlsson ist somit aber leider arbeitslos. Ein Zustand, den auch Hunde nicht schätzen.

Karlsson ist –wie fast alle Terrier- kein Hund, den man einfach nur haben kann, um ihn süß zu finden. Er braucht Aufgaben. Natürlich bekommt er täglich lange Spaziergänge mit Apportier- und Suchspielen, die er sehr liebt. Aber auch im Haus versuche ich, ihn in die täglichen Abläufe mit einzubeziehen. Allerdings ist die Umschulung vom furchtlosen Fuchsjäger zur Haushaltshilfe nicht einfach. Es liegen ja auch Welten dazwischen. Karlsson hat inzwischen gelernt, mit Hilfe einer am Schubladenknauf befestigten Schnur, eine Küchenschublade zu öffnen. Eins von den darin liegenden Handtüchern mag er mir bei Bedarf aber immer noch nicht apportieren. Er schnüffelt einmal und schaut dann, als wolle er sagen: „Keine Maus drin. Hab ich mir ja gleich gedacht, aber du wolltest ja unbedingt, dass ich reingucke!“

Neulich wollte ich ihn dazu bringen, die Waschmaschine auszuräumen. Ich habe ein paar von seinen Dummys mit unseren Handtüchern gewaschen und Karlsson dann aus der Waschmaschine apportieren lassen. Ich hatte mir vorgestellt, dass er mir erst alle Handtücher bringt, die ich dann aufhängen kann, bevor er seine darunter liegenden Dummys entdeckt. Weit gefehlt. Er war äußerst wählerisch und hat nur seinen eigenen Kram unter den Handtüchern ausgegraben und ausgeräumt. Der Rest blieb in der Maschine liegen.

Für Hausarbeit kann er sich bislang nicht recht begeistern. Kein Wunder, das Einsammeln von (Plastik-)pfandflaschen und anschließendes Apportieren in einen Korb ist wohl kaum mit demselben Adrenalinkick verbunden wie die Rattenjagd. Und weder Wäschestücke noch Pfandflaschen wollen nun einmal wild über den Boden zuckend vor Karlsson davonlaufen. Wäre das der Fall, hätte er sie sicher in Windeseile alle eingesammelt.

Aber immerhin kommt er jetzt jedes Mal mit in den Keller, wenn ich die Waschmaschine ausräume und guckt hinein, ob nicht vielleicht doch irgendetwas Interessantes darin liegt. Ein schwacher Funke von Interesse scheint doch geweckt zu sein. Das bestärkt mich darin, nicht aufzugeben. Obwohl es noch ein weiter Weg sein wird, bis er mir morgens den Kaffee und die Zeitung ans Bett bringt.

1 Kommentar:

  1. ja der Weg ist noch weit...
    Sieht aus als ob er nach dem 3. dann so langsam meint, du hättest jetzt auch genug von den Dummies :-P

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