Montag, 7. Februar 2011

Lottas Rat an alle Hunde

Liebe Hundekollegen! Wenn ihr wirklich erfolgreiche Familienhunde werden wollt, lasst euch nicht mit Dosenfutter und billig gepolsterten Hundekörben abspeisen. Euer Mensch muss von Anfang an lernen, euch die Türen (vor allem die Kühlschranktüren!) zu öffnen und die freie Wahl eures Schlaf – und Ruheplatzes zu akzeptieren und zu unterstützen. Setzt alles daran, das Bett eures Menschen zu erobern! Ihr könnt mit Sessel und Sofa beginnen, aber es ist schon aus pädagogischen Gründen unerlässlich, dem Menschen klar zu machen, das sein Bett nicht für ihn allein da ist.

Den Weg auf Sessel und Sofa zu finden, ist gar nicht so schwer. Die meisten Menschen fühlen sich sogar geschmeichelt, wenn ihr abends beim Fernsehen auf ihren Schoß springt und ein paar Streicheleinheiten einfordert. Meiner Erfahrung nach sind Menschen durchaus dankbar, wenn wir ihnen ein bisschen Aufmerksamkeit schenken. Bei ausreichend liebevoller Zuwendung werden die Menschen nach und nach sehr zutraulich und sind leicht zu beeinflussen. Nach der abendlichen Kuschelstunde krabbelt ihr unauffällig vom Schoß eures Menschen und streckt euch neben ihm auf dem Sofa aus. Schon liegt ihr da, wo ihr hingehört! Kaum ein Mensch wird es jetzt noch übers Herz bringen, einen Platzverweis auszusprechen. Es gibt natürlich besonders hartnäckige Exemplare, die auch dann noch meinen, der Hund gehöre nicht auf die Möbel. Es liegt an euch, einfach nicht aufzugeben. Bleibt vor dem Sofa sitzen und guckt ihm in die Augen, fangt leise an zu weinen, legt dann ein Pfötchen auf das Menschenknie, stellt euch auf die Hinterbeine und versucht, den Menschen am Ohr zu lecken. In der Regel sagt der Mensch dann „Hopp!“ und ihr seid wieder oben. Der Mensch freut sich obendrein, weil er denkt, ihr hättet ein neues Kommando gelernt und wärt auf seine Aufforderung hin aufs Sofa gesprungen. Macht euch nichts draus, Menschen sind nun einmal recht schlicht gestrickt.

Die Abwesenheit eurer Menschen könnt ihr hervorragend nutzen, um alle Schlafplätze im Haus ungestört auszuprobieren. Macht euch auf Sesseln und Sofas breit, arrangiert die Kissen so, wie ihr sie braucht und baut euch ein Nest aus der Decke, die auf den meisten Sofas liegt. Mit ausreichend Kreativität lassen sich die schönsten Ruheplätze schaffen. Beobachtet die Reaktion eures Menschen, wenn er nach Hause kommt und euch auf der von Seidenkissen umkränzten Kamelhaardecke mitten auf dem weißen Sofa vorfindet. Wenn er deutlich ungehalten wirkt (lautes Schimpfen bei rot angelaufenem Kopf) verkrümelt euch schnell in euren Korb und schlaft dort ungerührt weiter. Diesen menschlichen Ausbrüchen sollte man nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken. Meist beruhigt sich der Mensch schnell wieder. Sollte euer Mensch auch in Zukunft verstockt reagieren, wenn er euch auf dem Sofa vorfindet, springt einfach vom Möbel bevor der Mensch den Raum betritt. So habt ihr ein paar schöne Stunden auf der Couch verbracht und zumindest bei uns zu Hause gilt die Regel: Wer nicht in flagranti ertappt wird, wird auch nicht ausgeschimpft. Manche Menschen legen Zeitungen auf die Sofas, damit wir nicht drauf springen. Das ist natürlich albern, die Zeitungen lassen sich sehr einfach vom Sofa ziehen. Zerfetzt am besten noch ein paar Seiten, um dem Menschen deutlich zu machen, dass ihr sein Verhalten nicht billigt. Wichtig ist vor allem, dass ihr hartnäckig bleibt. Die meisten Menschen sehen bald ein, dass sie mit ihrer Widerborstigkeit nicht weit kommen und kapitulieren irgendwann. Hier ist einfach Konsequenz in der Erziehung gefragt.

Beharrlichkeit zahlt sich auch auf dem Weg in das menschliche Bett aus. Die meisten Menschen verteidigen ihr Bett wesentlich vehementer als ihre Couch. Lasst euch von ihrer Bockbeinigkeit keinesfalls abschrecken. Behaltet immer die Schlafzimmertür im Auge. Sowie die Tür offen ist, nix wie rein und rauf aufs Bett! Steter Tropfen höhlt den Stein. Wenn der Mensch euch im Laufe des Tages zehnmal aus dem Bett geworfen hat, hat er beim elften Mal vielleicht keine Lust mehr. Wenn ihr euch sehr gut unter der Bettdecke versteckt, werdet ihr vielleicht so schnell gar nicht gefunden und könnt Stunden und Stunden in gemütlicher Ruhe verbringen. Solltet ihr es schaffen, nachts in das Schlafzimmer einzudringen, müsst ihr euch nur geschickt genug anstellen, dann merken die Menschen gar nicht, dass ihr mit im Bett liegt. Menschen sind so unaufmerksam! Nutzt das aus. Springt nachts nicht mit Anlauf mitten auf das Bett. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr mitten in der Magengrube des Menschen landet, ist zu hoch. In diesem Fall würde der Mensch laut schreiend und um sich schlagend im Bett hochfahren und es gebe ein großes Tohuwabohu. Das ist nicht in eurem Sinne. Es geht darum, möglichst unbemerkt mit unter die Decke zu schlüpfen und bestenfalls erst am nächsten Morgen gesehen zu werden. Krabbelt dazu vom Fußende her auf das Bett und unter die Decke. Im Laufe der Nacht könnt ihr euch bis zum Kopfkissen hocharbeiten, und dann –wenn ihr ausgeschlafen habt- eure Nase in das Menschenohr stecken, um darauf aufmerksam zu machen, dass es Zeit zum Aufstehen ist. Möglicherweise zeigt der Mensch anfangs am Morgen bei eurem Anblick ein ungebührliches Verhalten. Lasst euch davon keinesfalls beeindrucken! Nach ein paar erfolgreich im Bett verbrachten Nächten, wird der Mensch akzeptieren, dass er sein Lager teilen oder ausziehen muss.

Meine Menschen benehmen sich nach jahrelangem Training inzwischen sehr rücksichtsvoll und versuchen, es mir so bequem wie möglich zu machen. Diesen Zustand erreicht man natürlich nicht von heute auf morgen, auch meine Menschen waren einmal widerspenstig, aufsässig und störrisch, aber mit ausreichend Geduld, Hartnäckigkeit und liebevoller Konsequenz haben sie sich durchaus erziehen lassen. Noch ein Tipp: Gibt es in eurer Familie Kinder, versucht es zuerst in deren Betten. Kinder sind meist wesentlich kooperativer und leichter formbar als erwachsene Menschen.

Für mich wird es Zeit, sich für ein Schlummerstündchen zurückzuziehen, ich glaube, in Frauchens Bett. Ich habe dort so eine kuschelige braune Decke liegen sehen. Das wird gemütlich!

Vergesst nicht, stets ein paar Hundehaare auf eurer Liegefläche zu hinterlassen. Sogar Menschen verstehen dann, dass dieser Platz zukünftig für euch reserviert ist. Besonders gut funktioniert das natürlich bei kontrastfarbigen Liegeflächen. Auf dieser braunen Decke wird man mein weißes Haar besonders gut zu sehen sein. Und auf dem dunkelblauen Sofa. Und auf dem dunkelgrünen Teppich . Und...und...und...

1 Kommentar:

  1. Ich hoffe, dass Jojo diesen Beitrag nicht zu sehen bekommt! Lotta ist Profi! =:-)
    Nadine

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