Mittwoch, 2. März 2011

Ein ganz gewöhnlicher Morgen


Erster Akt (im Schlafzimmer kurz nach dem Weckerklingeln)

Karlsson (springt mit Anlauf aufs Bett): „Lass mich unter deine Bettdecke gucken!“

Ich: „Warum? Es reicht doch, dass du auf meiner Bettdecke herumspringst.“

Karlsson: „Ich will wissen, ob unter der Decke Mäuse wohnen.“

Ich: „So ein Quatsch. Natürlich wohnen unter meiner Bettdecke keine Mäuse.“



Karlsson: „Da bewegt sich aber was.“

Ich: „Das sind meine Füße.“

Karlsson: „Ich prüfe das lieber nach.“

Ich: „Autsch!“

Karlsson: „Okay, es sind deine Füße.“

Ich: „Hab ich doch gleich gesagt. Musst du da unbedingt reinbeißen? Jetzt aber raus aus dem Bett!“

Lotta (taucht aus den Kissen auf): „Raus aus dem Bett? Ist schon Zeit zum Aufstehen?“

Ich: „Ja, Zeit zum Aufstehen. Ich geh jetzt duschen.“

Karlsson: „Ich will auf der Badematte liegen.“

Lotta: „Eigentlich ist das mein Platz.“

Karlsson (saust ins Bad): „Ich hab’s aber zuerst gesagt!“

Lotta (dreht sich zufrieden um und ist froh, dass der Störenfried ins Bad verschwunden ist): „Na gut, Kleiner, dann bleib ich eben noch im Bett.“

Zweiter Akt (im Badezimmer)

Lotta (schiebt ihr Köpfchen nach einer Weile durch den Türspalt ins Badezimmer): „Ich bin jetzt aufgestanden, wir können runtergehen.“

Karlsson: „Nein, noch nicht. Ich muss erst das Wasser aus der Duschwanne lecken.“

Lotta: „Igitt. Ich trinke nur aus meinem Napf.“

Karlsson: „Hier schmeckt’s viel aromatischer.“

Lotta: „Es ist Zeit für meine Tabletten. Der Doktor hat gesagt, ich brauche regelmäßig meine Tabletten. In Leberwurst!“

Ich: „Tabletten ja. Von Leberwurst war nicht die Rede.“

Karlsson (saust die Treppen runter in die Küche): „Ich will auch Leberwurst! Ich als erster!“

Dritter Akt (in der Küche)

Karlsson: „Guckt mal, wie artig ich hier sitze. Ich kann auch schön machen, Platz machen oder Pfötchen geben. Soll ich mal? Alles drei? Hintereinander? Und dann Leberwurst!!! Auch drei Mal hintereinander! Oder fünf Mal! Oder tausend Mal!“

Lotta (schiebt sich gemessenen Schrittes an Karlsson vorbei): „Ich brauch meine Tabletten. Das ist wichtiger. Hat der Doktor gesagt!“

Ich: „Ihr bekommt jetzt beide einen Klecks Leberwurst. Für Lotta mit Tabletten…

Lotta(tritt mir auf die Füße): „Ja, hat der Doktor gesagt! Regelmäßig! Mit Leberwurst!“

…und für Karlsson ohne Tabletten. Und dann gehen wir raus.“

Lotta: „Meinen Morgenspaziergang brauch‘ ich auch regelmäßig. Hat der Doktor das auch gesagt?“

Karlsson (quetscht sich an Lotta vorbei durch die Windfangtür): „Lass mich durch, ich will als erster an die Haustür!“

Vierter Akt (im Windfang)

Lotta: „Aber heute zieh ich keinen Mantel an!“

Karlsson: „Dauert eh zu lange, ich will raus.“

Ich: „Es ist aber unter null, Lotta. Vielleicht einen Pullover?“

Karlsson: „Das dauert wieder. Ich will RAUS!“

Lotta: „Nein, der kratzt unterm Arm.“

Karlsson: „Stell dich nicht so an. Zieh schon an das Teil, sonst kommen wir hier nie weg. Ich will endlich LOS!“

Lotta: „Nee, den blauen Pullover will ich nicht. Vielleicht den grünen. Ich glaub, blau steht mir heute nicht.“

Karlsson (beutelt die Fußmatte und schüttelt den Abtreter ordentlich durch): „Nimm dies! Und das! Den Labrador von gegenüber mach ich heute fertig! Macht jetzt endlich mal einer die Tür auf?!?“

Lotta: „Aber der Doktor hat gesagt…“

Ich: „HALLO! Darf ich zur Abwechslung auch mal was sagen?!“

Lotto und Karlsson (unisono): „Gibt’s jetzt Essen?“

Vorhang

Kommentare:

  1. Habe Bauchweh vom Lachen!!

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  2. am füße unter der bettdecke beißen sind dann vielleicht doch die kinder schuld :P

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  3. Ich kann es mir bildlich vorstellen!!! =:-)
    Nadine

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