Montag, 20. August 2012

Eine Seefahrt, die ist lustig...


…eine Seefahrt, die ist schön! Ja, da kann man was erleben... Silke (meine Menschenmama) trällerte vor sich hin und packte dabei Sachen in eine kleine Tonne, die anschließend mit einem Deckel fest verschlossen wurde. Mein Essen lag auch in der Tonne, das habe ich genau gesehen. Ich wunderte mich etwas. Was konnte das bedeuten? Auf jeden Fall waren wir auf dem Weg in ein Abenteuer, so viel hatte ich verstanden. Denn wenn die Menschen lauter Sachen zusammenpacken und ins Auto bringen, dann passiert meistens etwas Ungewöhnliches.

Als wir aus dem Auto ausstiegen, waren wir am Wasser und am Wasser lagen Boote. Dass man mit diesen Nussschalen auf dem Wasser herumfahren kann, wusste ich schon. Das hatte ich schon mal gemacht und ich fand es, ehrlich gesagt, etwas unheimlich. Das habe ich mir aber nicht anmerken lassen. Schließlich waren wir eine ganze Menschenhorde und Ida war auch dabei. Silke und Hans-Helmut (mein Menschenpapa) verstauten unsere Tonne in einem von den kleinen Booten und kletterten hinterher. Ich sollte auch einsteigen. Was blieb mir übrig? Alle anderen Menschen und Ida saßen schon in ihren Booten und so sprang ich auch hinein. Wir paddelten los.
Alle in einem Boot

Es kam mir reichlich wackelig vor. Ich stellte mich ganz vorn ins Boot, um alles im Blick zu behalten und hoffte, dass Hans-Helmut, der hinten bei der Tonne mit meinem Essen saß, den Proviant nicht aus den Augen lassen würde. Überraschenderweise hielten wir ziemlich bald an einem Steg wieder an und ich dachte schon, die Bootstour wäre vielleicht zu Ende. Aber nein! Es wurden nur an alle Menschen kleine Kuchen verteilt, als Stärkung zwischendurch. Und wir Hunde sollten leer ausgehen! Eine bodenlose Gemeinheit! Ich habe so missmutig und tief enttäuscht geguckt, dass Silke mir tatsächlich ein Stück von ihrem Kuchen abgegeben hat. „Ah!“, dachte ich, „Aus der Sache hier kann doch noch was werden.“ Ich hab dann noch den ganzen Tag versucht, die Menschen so anzugucken, dass sie mir etwas von ihrem Essen abgeben. Aber es hat leider kein zweites Mal geklappt.


Und weiter geht's
Mit dem Kuchen im Bauch hat der Tag gleich viel freundlicher ausgesehen und ich war gerade dabei, mich im Boot ein wenig gemütlich einzurichten, da sind wir von dem breiten Fluss auf ein viel kleineres Flüsschen abgebogen. Da lagen ganz viele Baumstämme im Wasser und von oben hingen Äste ganz tief runter, die wedelten mir dauernd um die Ohren, wenn wir darunter durch gefahren sind. Und am Ufer sind ganz oft bellende Hunde auf und ab gelaufen und wollten uns vertreiben. Es war sehr aufregend, ich wusste gar nicht, wo ich zuerst und zuletzt aufpassen sollte.  Offenbar habe ich nicht gut genug aufgepasst, denn mit einem Mal machte es platsch! und wir lagen alle drei schneller im Wasser als wir gucken konnten. Silke zog mich ganz schnell unter dem umgekippten Boot hervor und klemmte mich unter ihren Arm. Da kam auch schon Henning (das ist Idas Menschenpapa) durch den Fluss geplanscht, um uns zu helfen. Das war dringend nötig, denn da Silke mich gerettet hatte, mussten sich  nun andere um die Rettung der Tonne mit meinem Essen kümmern.
In der Gefahrenzone: Baumstämme von unten und Äste von oben
Nun standen wir zu viert im Wasser, drei Menschen und ein Hund, und mussten irgendwie wieder in das Boot kommen. Die Männer hatten inzwischen das Wasser aus dem Boot gekippt und mein Menschenpapa saß schon wieder drin. Dann wurde ich an Bord geholt und Silke gelang es auch. Aber als Henning einsteigen wollte, stand draußen keiner mehr im Wasser, der das Boot festhalten konnte und so kippte die ganze Geschichte ein zweites Mal um. Ich fand es gar nicht lustig. Ich musste schon wieder gerettet werden! Wenigstens war die Tonne mit dem Essen sicher auf einem anderen Boot untergebracht. Es half nichts, wir mussten das steile Ufer mit den Brennnesseln raufklettern und von dort aus ins Boot einsteigen. Wenigstens das hat geklappt. Nun saß ich mit drei Menschen in einem Boot, aber das hat die Sache kein bisschen besser gemacht. Die drei konnten sich nämlich zwischen den ganzen Ästen im Wasser nicht so schnell koordinieren und –ob Ihr es glaubt oder nicht!- wir kippten ein drittes Mal um. Nun hatte ich aber genug! Silke hat mich zwar schnell wieder gerettet und dann zu Ida ins Boot gesetzt, aber ich wollte nicht mehr weiter fahren. Ich bin aus Idas Boot an Land gesprungen und habe ihr zugerufen: „Komm mit! Etwas Besseres als den Tod finden wir überall!“ Aber Ida war die Bootstour auch nicht geheuer. Sie hatte sich unter der Ruderbank zusammengekauert und traute sich gar nicht, sich zu bewegen. Was sollte ich machen? Ich bin nur ein kleiner Hund und allein wollte ich mich nicht über Land durchschlagen. Mein Essen lag schließlich immer noch in der Tonne und die nahm ja weiter den Seeweg… Also bin ich doch wieder eingestiegen. Mein Boot fuhr ab und meine Menschen standen immer noch pudelnass im Fluss und ich wusste nicht, ob ich sie je wiedersehen würde. So dämlich wie die sich beim Paddeln angestellt haben, erschien mir das Risiko doch ziemlich hoch, dass sie einfach von den Fluten weggerissen würden. Der Gedanke daran machte mich dann doch sehr traurig.

Nach kurzer Zeit hielten die Menschen ihre Boote an, zogen sie an Land und wir gingen alle auf eine große Wiese. Es dauerte gar nicht lange, da kamen meine Menschen mit ihrem Boot doch tatsächlich auch an unserem Rastplatz an. Sie hatten es geschafft! Sogar ganz ohne meine Hilfe! Nun sah ich, dass in den anderen Booten auch überall solche Tonnen lagen, wie wir eine hatten. Die wurden nun geöffnet und die herrlichsten Sachen kamen da heraus! Fleisch, Würstchen und –na ja- Salate. Die fand ich weniger wichtig. Leider gelang es mir nicht, den Menschen ein Steak oder ein Würstchen abzuschwatzen. Aber ich durfte meine eigenen Fleischklopse essen. Wenn das bloß nicht immer so wenig wäre! Mit den Essen sind die Menschen geizig, ich versteh das nicht…
Ganz schön viel Verkehr hier: ein Rind im Wasser!
Nach der Pause mussten wir schon wieder in die vermaledeiten Boote einsteigen. Ich wollte eigentlich nicht, aber es ließ sich nicht vermeiden. Hans-Helmut hat dann aber gesagt, er wolle nun alleine paddeln, damit Silke beide Hände frei hat, um mir die Öhrchen zu kraulen. Das fand ich nun wieder gut. Ich saß satt (na ja, einigermaßen satt, sagen wir mal, ich hatte weniger Hunger als vorher) im Boot und wurde gekrault. So fuhren wir dem Sonnenuntergang entgegen. Meine Augenlider wurden immer schwerer und ich musste sehr aufpassen, nicht einzuschlafen. Für den Fall, dass wir noch einmal in Seenot gerieten, wollte ich vorsichtshalber lieber wach bleiben.

Wir kamen nach relativ kurzer Zeit tatsächlich unbeschadet an unserem Ausgangspunkt an. Endlich wieder an Land! Ich habe mir nur noch kurz am Lagerfeuer ein wenig den Pelz getrocknet und bin dann todmüde auf dem Zeltplatz in meine Hütte gewankt. Und siehe da: Dort wartete eine dicke, fette Lammrippe auf mich. Das war ja wohl nur gerecht, nach allem was ich heute mit meinen Menschen durch machen musste.
Ida wird zu Wasser gelassen - mit Schwimmweste!

Kommentare:

  1. Boah, so ein spannendes Abenteuer. Aber wenn die Boote laufend umkippen, macht das doch keinen Spaß. Und dann noch so ein Ungeheuer am Ufer. Da wast du aber sehr mutig. Wir wären da niemals nicht wieder eingestiegen. Nicht mal für Fleischklopse.
    Liebe wauzis von Emma und Lotte

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  2. Mamma mia, das war ja ein Abenteuer, was du da erlebt hast! also, ich steh sowieso absolut nicht auf Wasser und jetzt wo ich das mit dem Umkippen gelesen habe.....ne, auf so eine Nussschale kriegen mich keine 10 Pferde rauf!!
    und dann, immer dieser Geiz mit dem Essen: da faellt man/hund ins asser und muss wieder zu Kraeften kommen und da bekommt man nicht mal eine Sonderportion!! also, ich finde wir müssten mal streiken!! oder, wie siehst du das??

    Ganzdollwedel

    ciao Cosimo

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  3. Himmel noch einmal - was für eine Aufregung. Du magst nur ein kleiner Hund sein - aber ein TERRIER! Ich glaube Bootfahren ist pfui - aber die dicke fette Lammrippe ...ich mag gar nicht dran denken, wie die wohl geschmeckt haben mag...Liebe Grüße - Bente

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