Sonntag, 30. Dezember 2012

Weihnachtliche Besinnungslosigkeit


Meine liebste Weihnachtskarte
 
Weihnachten mit drei Hunden ist kein besinnliches Fest. Polly hüpft wild umher und kann sich nicht entscheiden, ob sie zuerst den Keksteller rauben, die Geschenkpackungen aufreißen oder (noch besser!) die bereits ausgepackten Geschenke der anderen an sich bringen soll. Ida mault, dass sie aber eigentlich als erste dran sei mit allem, weil sie eigentlich immer der erste und einzige Hund ist, jedenfalls  zu Hause und Karlsson hält von diesem ganzen Weihnachtsfirlefanz sowieso nichts und möchte am liebsten ausziehen oder zumindest seine Ruhe haben.

Es fängt schon an den Adventssonntagen an, wenn die Hunde mit der Verwandtschaft in wechselnde Restaurants geschleppt werden, wo die Menschen an Tischen sitzen, die sich vor Köstlichkeiten biegen und die Hunde darunter mit mageren Kaustangen abgespeist werden. Anschließend sitzen alle in überfüllten Wohnzimmern um die vollen Keksteller, von denen so rein gar nichts auf den Boden fallen will, nicht mal, wenn Polly versucht nachzuhelfen. Karlsson hält von solchem adventlichem get together gar nichts und verbringt den Nachmittag demonstrativ vor der Haustür sitzend und auf die Klinke starrend. Seine Botschaft an den Gastgeber: „Danke, aber können wir jetzt endlich wieder gehen?“

Heilig Abend wird es kein bisschen besser, weil die Menschen schon wieder um den Tisch mit den Köstlichkeiten sitzen und die Hunde darunter noch nicht einmal eine Kaustange bekommen, denn die sollen sie ja bei der anschließenden Bescherung auch noch selber auspacken. Karlsson hasst auspacken. Er mochte schon als Welpe kein Papier zerfetzen. Hilfesuchend starrt er von seinem Geschenk zu mir. Ich überrede ihn, wenigstens mal ein bisschen am Schleifenband zu ziehen. „ Na gut“, brummt er,“ weil du es bist.“ Ich packe seinen Kauknochen aus und überreiche ihn feierlich. Dann soll Ida auspacken, weil sie die Zweitälteste ist. Polly sieht überhaupt nicht ein, dass sie noch warten soll und versucht wiederholt, Karlsson sein Geschenk zu entwenden. Die Menschen sind durch Ida abgelenkt, greifen nicht schnell genug ein, es kommt zur Klopperei. Am Ende ist Karlsson so sauer, dass er weder mit seinem Kauknochen noch mit uns und schon gar nicht mit diesem Weihnachten noch irgendetwas zu tun haben will, sich in die Zimmerecke verzieht und den ganzen heiligen Abend lang die Wand anstarrt. Da hilft auch kein gutes Zureden mehr.

Auf einen Weihnachtsbaum haben wir in diesem Jahr verzichtet, da sich Polly im Gegensatz zu Karlsson im völligen Weihnachtswahn befindet, an jedem Schleifenband zieht, alles auspackt, egal was drin ist und jede Dekoration durch die Gegend schleppt. Wir wollten ihr nicht auch noch den Tannenbaum ausliefern. Unsere Krippenfiguren haben wir auf einem hohen Tischchen arrangiert, so hoch, dass sie sich außer Pollys Reichweite befinden. Trotzdem hat sie es geschafft, das Tischchen gefühlte hundertsiebenundfünfzigmal anzurempeln, so dass mit lautem Geklapper alle Hirten, Könige, Kamele, Schafe und das Jesulein zu Boden gingen. Seit einiger Zeit vermissen wir unsere Maria. Möglicherweise liegt sie hinter dem Schrank, aber wahrscheinlich hat sie das getan, was Karlsson zur Weihnachtszeit auch am liebsten täte und ist ausgezogen, um sich eine ruhigere Herberge zu suchen. Sollte sie irgendwo anders Asyl gefunden haben, kann sie jetzt an uns zurück geschickt werden. Die Feiertage sind ja vorbei.
Karlsson mag gar nicht auspacken.

Ida kriegt alle Verpackungen klein.

Polly weiß nicht, was sie zuerst und zuletzt machen soll
und braucht deshalb Hilfe beim Auspacken.

Das neue Lieblingsspielzeug: Der schwarze Hund.

Gottseidank geht dieses Weihnachten auch wieder vorbei und es kehrt endlich Ruhe ein.

Kommentare:

  1. Och Karlsson ... Weihnachten ist doch toll und wie, du magst keine Geschenke auspacken ... das ist doch das Beste überhaupt. Du solltest dir echt mal ein Beispiel an deiner übereifrigen Polly nehmen ;)

    *wuff* deine Lilly

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  2. Hallo Karlsson - ich bin ganz bei dir! Ich packe auch nix aus - sollte ich auch nie - auch nie Leckerlie aus Altpapierbergen suchen und sowas - aber nun auch kein Geschenk - basta! Ich mache nix kaputt und meine Leute finden das gut - und im nächsten Jahr bekommst du bestimmt ein richtiges Geschenk - ohne Papier und Schleife. Pollys Geschenk verträgt bestimmt noch dein Papier und deine Schleifen *grins*.

    Nun ist Weihnachten endlich vorbei - wie du so vor der Besuchertür sitzt und sie anstarrst - ich verstehe das gut.

    Aber liebe Polly, du bist ein ganz anderes Kaliber - und das ist auch gut so - wäre ja öde, wenn wir alle gleich wären - und so haben wir jetzt alle eine Aufgabe und fallen in kein Nachweihnachtsloch - wir suchen Maria - bei uns steht sie nicht vor der Tür - haben schon geguckt.

    Ganz liebe Grüße nach Terrierhausen!
    Bente - mit Monika

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  3. Jaja, Weihnachten ist anstrengend. Unsere Geschenke brauchten wir nicht auspacken, die standen einfach so da. Lieber Karlsson, da wäre dir unser neues Hundehaus gerade recht gekommen. Vielleicht kannst du dein Frauchen überreden das sie dir eins kauft. Dann kannst du dich zurückziehen wenn dir der ganze Trubel mal wieder zu viel wird.
    Und nun kommt gleich die nächste Aufregung. Das Silvesterfest mit der ollen Knallerei. Kommt also gut ins neue Jahr und für 2013 wünschen wir euch allen alles erdenklich Gute.
    Liebe Grüße von Emma, Lotte und Frauchen

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