Dienstag, 2. April 2013

Karlsson und Polly Halbstark machen Osterurlaub am Meer


Karlsson und Polly am großen Meer
„Was? Das soll alles sein?“, fragte Karlsson entsetzt, als wir die Tür zu unserem Hotelzimmer öffnen. „Was meinst du mit ‚alles‘? Ist doch super hier: schönes großes Zimmer, hell und freundlich möbliert, weiches Bett, obendrein noch Meerblick, was willst du mehr?“, frage ich zurück. „Ja, aber nur EIN Zimmer für uns alle? Soll ich etwa die ganze Woche mit der da (Blick auf Polly) in einem Raum wohnen?“, will Karlsson wissen, um dann umgehend nach einer Suite zu verlangen, damit er ab und zu mal in den Nebenraum gehen und seine Ruhe vor Polly haben kann. Leider müssen wir ihm den Wunsch mit Hinweis auf die beschränkten Kapazitäten unserer Reisekasse verwehren. Außerdem ist das Hotel zu Ostern sowieso ausgebucht.

„Sieh mal, Karlsson“, sage ich, „Wir haben doch extra deine Box mitgenommen. Wenn du mal deine Ruhe haben willst, kannst du da reingehen.“ Karlsson guckt mich nur verächtlich an und knurrt: „Bin ich ein Baby? Da schlafe ich auf gar keinen Fall drin!“ Nachdem er den kleinen Vorflur zu unserem Zimmer längere Zeit inspiziert und als Ruheplatz für ungeeignet befunden hat, es stehen ja auch schon unsere Schuhe darin und so viel mehr Platz bleibt nicht übrig, erinnert sich Karlsson daran, dass er bei früheren Hotelaufenthalten gern unter unserem Bett geschlafen hat. Leider ist zwischen Bett und Fußboden nur ein sehr kleiner Spalt frei. Um zu sehen, ob er wohl darunter passt, schiebt Karlsson zunächst meine Latschen unter das Bett und versucht dann hinterher zu kriechen. Aber so sehr er sich auch bemüht, mehr als die Nase bekomt er nicht darunter.
Seufzend lässt er sich schließlich auf seine Matte neben meinem Bett sinken und verlangt: „Aber ab neun Uhr geht die da (Blick auf Polly) in die Box, damit die Erwachsenen mal ihre Ruhe haben.“ „Was hast du im Moment eigentlich gegen Polly?“, frage ich auf dem Fußboden liegend, mit der einen Hand nach meinen Latschen unter dem Bett angelnd und mit der anderen Hand Pollys feuchte Küsse auf meine Nase abwehrend. „Dieses Baby Halbstark hampelt mich den ganzen Tag an und liegt mir dauernd in den Ohren, dass ich mit ihr spielen soll.“, beschwert er sich, „Und ich brauche ja auch mal meine Ruhe!“ 

Der Osterurlaub an der Nordsee ist die erste Reise mit unserem Terrier-Teenager Polly und im Gegensatz zu Karlsson hat sie an dem Hotel nichts auszusetzen, außer vielleicht, dass sie nicht jeden Hotelgast persönlich begrüßen und beim Gang durch die Hotelhalle nicht in den verlockend duftenden Frühstücksraum abbiegen darf. Da ist Karlsson ausnahmsweise mal ganz ihrer Meinung, auch er hätte gerne einen Ausflug ans Buffet gemacht. Aber hier sind Tiere unerwünscht.
So brechen wir täglich zu mehrstündigen kilometerlangen Strandwanderungen auf mit dem Ziel, dass Polly spätestens um neun Uhr abends todmüde in ihre Hundebox wankt und möglichst sofort einschläft. Den Strand findet Polly klasse, eine Riesenbuddelkiste, in der man obendrein noch nette Menschen und andere Hunde trifft. Nur das auf der einen Seite ständig kaltes Wasser auf den Sand schwappt, hält sie für eine Fehlkonstruktion und passt sehr auf, sich nicht die Füße nass zu machen. Dann und wann gefällt Polly einer der anderen Hunde, die wir treffen und sie bricht zu einem kleinen Strandflitz in Gesellschaft ihres neuen Bekannten auf, natürlich nicht, ohne sich vorher Karlsson Ermahnungen anhören zu müssen, der auch ihrem jeweiligen Gefährten deutliche Worte mit auf den Weg gibt: „Pass bloß auf, du Lümmel! Das ist MEINE Schwester, wenn du die nicht pünktlich und unversehrt wieder nach Hause bringst, kriegst du es mit mir zu tun!“

Im Strandkorb ist es auf die Dauer ziemlich langweilig.
Die meiste Zeit aber wandern wir den Nordseestrand entlang, während Polly uns pausenlos ihre Strandfunde präsentiert. „Guckt mal, eine Muschel!“, ruft sie stolz und spuckt uns eine leicht angeknackste Austernschale vor die Füße. „Hmmhm“, brummen wir Menschen und Karlsson faucht genervt: „Ja, toll. Ist dir vielleicht schon mal aufgefallen, dass es hier hunderttausend Muscheln gibt? Willst du die jetzt alle anschleppen?“ Aber Polly lässt sich nicht entmutigen. „Guckt mal, ein Stöckchen!“, ruft sie oder „Guckt mal, ein Büschel alte vertrocknete Algen!“ Karlsson geht absichtlich fünf Meter hinter oder neben uns, damit es auf den ersten Blick so aussieht, als ob er nicht dazu gehört. Mit der albernen Göre Polly will er in der Öffentlichkeit nichts zu tun haben. Und wenn sich ein Kavalier nähert, kann er immer noch schnell genug eingreifen. Aber hallo! Mit jedem x-beliebigen Urlauberhund lässt er seine Schwester nicht ausgehen!
Einmal gelingt es Polly tatsächlich, Karlsson für einen ihrer Strandfunde zu interessieren. Sie schleppt ein hübsches buntes Seil an, mit dem sich prima Tauziehen spielen lässt. Nach wildem Gezerre lässt Karlsson, ganz der generöse große Bruder, Polly gewinnen. Sie darf mit dem Seil von dannen hoppeln. Zu interessiert will er dann ja auch nicht wirken. Zu viert spielen wir viele Spiele. Wir springen über Baumstämme, buddeln Löcher, flitzen durch den Sand, versuchen ganz, ganz nah ans Wasser zu gehen, ohne nasse Füße zu bekommen, bekommen sie trotzdem und haben jede Menge Spaß.
So ein Strand ist der reinste Selbstbedienungsladen.

Das bunte Tau gefällt Karlsson auch.
Die langen Spaziergänge und die wilden Spiele zeigen die gewünschte Wirkung, jedoch nicht nur bei Polly. Sie ist nicht die einzige, die abends um neun todmüde ins Bett wankt. Wir alle sinken in die Kissen und schlafen schnell ein, müde vom Laufen, Springen und Klettern an frischer Luft. Am nächsten Morgen weckt uns Polly sehr früh, denn wer früh schlafen geht, muss auch frühmorgens mal raus, um Pipi zu machen. Als der Mann und die Hunde wieder ins Hotelzimmer kommen, beschließen wir, dass die Zeit zum Aufstehen noch nicht gekommen ist und schlafen alle schnell wieder ein. Beim nächsten Aufwachen zeigt die Uhr allerdings eine unglaubliche Zeit an. Kann es denn wirklich schon zehn Uhr sein? Langsam dämmert uns, dass wir vor lauter Urlaubsseligkeit die Zeitumstellung auf die Sommerzeit verschlafen haben. Und das am Ostersonntag! Nun aber schnell, damit wir noch pünktlich zum Osterfrühstück kommen! „Haben wir jetzt etwa die Eiersuche verschlafen?“, frage Polly ängstlich. „Ist ja mal wieder typisch.“, mault Karlsson, „Ihr könnt noch gemütlich frühstücken, aber bis Polly und ich rauskommen, sind alle Osternester längst leer gefressen.“
Wir flitzen über den Sand...

...ganz schnell...

...buddeln...

...hopsen über Stämme...

...und Wassergräben.

 Karlsson und Polly finden dann doch noch ihre vollen Osternester. Zu ihrer großen Freude sind darin nicht nur ein gekochtes Ei, sondern auch eine Stulle, dick mit Leberwurst beschmiert und eine fette Scheibe Räucherlachs. Karlsson meint, der Leberwurstduft würde ihn an irgendetwas erinnern, möglicherweise an den Duft, der ihm morgens immer aus dem Frühstückszimmer im Hotel in die Nase steigt. Aber Polly hegt Zweifel: „Glaubst du etwa, der Osterhase hat sich am Frühstücksbuffet bedient? Das darf der gar nicht, da sind Tiere doch verboten!“ Darauf weiß Karlsson keine Antwort, aber mit der Schnauze voller Leberwurst kann er sowieso gerade nichts sagen. Das ist vielleicht ganz gut so, sonst müsste er am Ende noch zugeben, dass so ein Hotelurlaub auch Vorteile hat.
 
 
Erst bei Sonnenuntergang...

...gehen wir wieder nach Hause.
 

Kommentare:

  1. Hallo Polly und Karlsson,

    Ihr habt ganz tolle Fotos mit einem ganz lustigen Bericht verknüpft. Herrchen hat ein paar Mal schallend gelacht.
    Meine Frage ist, wo Ihr denn genau an der Nordsee wart?

    Ein freundliches Wuff

    Clooney

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    1. Lieber Clooney!
      Es freut uns sehr, dass Herrchen sich gut amüsiert hat. Wir waren übrigens auf Sylt, in der Vor- und Nachsaison als Urlaubsort für Hunde und ihre Menschen durchaus empfehlenswert, finden wir. Aber in der Hochsaison stehen uns da zu viele Verbotsschilder herum, da mögen wir die dänische Nordseeküste lieber.
      Wuff und Knuff von Karlsson und Polly

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  2. Na, nun ist die Idylle aber bei euch zu Hause!
    Harmonie, Sport und Spaß und Romantik - und dabei wird die Familie im Doppelbett mit Meerblick bekocht - wir sind total begeistert und wollen auch so ein "Alles-Inklusiv-Paket".

    Heute sind alle Bilder "Lieblingsbilder" aus der Serie.

    Liebe Grüße nach Terrierhausen!

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    1. Liebe Bente,
      das siehst du genau richtig! Es war eine ganz tolle, entspannte und harmonische Osterwoche, das brauchen wir auch mal, bevor der Stress in der Hundeschule wieder losgeht.
      Wuffels von Karlsson und Polly

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  3. Einfach nur ganz wunderschöne Szenen - bildlich und textlich präsentiert....waren sicher tolle Tage an der schönen Nordsee.....Spaß und Erholung zugleich.
    Wuff und LG
    Aiko

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    1. Lieber Aiko,
      ja, wir hatten Glück! Abgesehen von den beengten Wohnverhältnissen war es ein rundum gelungener Urlaub!
      Wuff und Knuff von Karlsson und Polly

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  4. Wow, hattet ihr schöne Ostern! Da hattet ihr aber wirklich viel Spass... Und der Bericht dazu ist einfach köstlich.

    Liebe Grüsse
    Ramona und Rudel

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    1. Liebe Ramona,
      vielen Dank für deine netten Worte und liebe Grüße an dein Rudel senden Dir
      Karlsson und Polly

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  5. Tolle Fotos! Polly ist ganz schön gewachsen und ein wirklich hübsches Mädchen! :-)

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    1. Ja, Polly ist ein hübsches Mädchen und sie weiß es auch :)))

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  6. Herzallerliebst euer Dialog...
    Und die Fotos dazu sind Herzerfrischend.
    Liebe Grüsse von Sylvia und Wuff von Tibi

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    1. Liebe Sylvia und liebe Tibi,
      wir danken Euch für die netten Zeilen und senden liebe Grüße zurück!
      Silke, Karlsson und Polly

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  7. Uhi.........da hattet ihr aber tolle Ostertage! Kann man schon ein wenig neidisch werden ☺
    Allerliebste Grüße nach Terrierhausen senden euch
    Andrea mit MIka und Frodo

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    1. Nein, nein, bloß kein Neid! Wo Terrier sind, ist es immer schön. Und davon hast du doch auch reichlich :)) Allerliebste Grüße zurück!

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  8. Das sind sooo schöne Fotos von euch und dazu noch sooo ein toller Reisebericht. Im Moment würden wir uns gerne ans Meer beamen ;)

    Liebste Grüße und danke für die lieben Wünsche an Lilly

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    1. Nun sind wir wieder zu Hause und würden uns auch gerne ans Meer beamen - aber nix da! Der Alltag hat uns wieder.
      Liebste Grüße von uns an euch!

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  9. Das sieht nach einer verdammt tollen Zeit aus,die ihr dort hattet.
    Das Sonnenuntergangfoto ist Klasse.Und Ihr beide im Strandkorb,eine Augenweide ;0).
    Ich grüß euch lieb und schau bald mal wieder rein.
    Euer muffin

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    1. Wir freuen uns schon auf deinen nächsten Besuch und grüßen auch lieb!

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  10. Sockenhalterin Sabine3. April 2013 um 20:34

    Uuiiih, Ihr habt einen tollen Urlaub gehabt. Und da man doch sowieso den ganzen Tag am Strand ist, ist die Größe des Hotelzimmers doch egal. Die Fotos vom Strand sind traumhaft und zeugen für viel Spaß und Erholung.

    Viele liebe Grüße

    Sabine mit Socke

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    1. Ein Stück vom Strand hätten wir sehr gern mitgenommen, passte aber leider nicht mehr in den Kofferraum!
      Liebe Grüße von uns!

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  11. Ui toll, da bin ich glatt mit neidisch. Und dann auch noch son toller Sonnenuntergang - tolle Bilder
    lg becki und joy

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    1. Inzwischen beneiden wir uns selbst um unseren schönen Urlaub. Vorbei, vorbei... Gut, dass die Bilder bleiben.
      Liebe Grüße!

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  12. Was heißt hier "halbstark"? "Ganzstark" muss das heißen!! Und nicht nur die Hundis, auch der Strand sieht ganz stark aus :-) Habt Ihr´s gut, ihr dürft mit Euren Zweibeinern in einem Zimmer schlafen - da kann Hund sich doch wirklich auch mal mit der kleinen Plage-Schwester arrangieren, oder Karlsson? Genießt noch ein wenig Euren Urlaub, Eure dackelige Lucy

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    1. Die Plage-Schwester oder auch die Schwesternplage, es ist wie immer bei Geschwistern: Miteinander geht es nicht, aber ohneeinander erst recht nicht...
      Liebe Grüße!

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  13. Hallo Ihr Lieben,

    Terrierhausen ist überall-wo ihr Euch aufhaltet- und Raum ist in der kleinsten Hütte , lieber Karlsson.

    Ihr hattet Spass , dass sieht man und Du Karlsson bist der perfekte Beschützer der grossen Halbstarken.
    Liebe Grüsse Renate

    Hey liebe Terrierfreunde,
    auf dieser Insel hab ich meinen ersten Urlaub am Meer verbracht, war schön da, nur das Wasser hat mir nicht so gut geschmeckt- ich war noch klein und hab ganz dumm gefragt:
    Wie kommt das Salz ins Meer?
    Frauchen hat gelacht....
    versteht ihr das fragt Jule

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    1. Liebe Jule,
      so nah, dass ich es hätte trinken können, bin ich dem Wasser gar nicht gekommen. Über den Wassergraben bin ich nur gesprungen, weil mein Papa und mein Frauchen schon auf der anderen Seite standen und Karlsson voran gesprungen ist. Was blieb mir da übrig? Ich musste hinterher, sonst wäre ich verloren gewesen! Aber gruselig war es schon.
      Liebe Grüße
      Polly

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  14. Ein herrlicher Reisebericht und die Fotos dazu sind einfach nur genial. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können und war richtig entäuscht als der Bloggbeitrag schon wieder zu Ende war.
    Solltest du jemals ein Buch über Polly und Karlsson schreiben - ich würde es sofort kaufen!
    Liebe Grüße
    Sali

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    1. Liebe Sali,
      vielen Dank für die netten Worte. Wir fühlen uns geschmeichelt *rot werd*
      Liebe Grüße
      Silke, Karlsson und Polly

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  15. Hallo,
    was für ein toller Bericht =) =)
    Und die Bilder sprechen für sich ! Wirklich super toll =).
    Ich wäre gerne mit Euch über den weichen Sand geflitzt.

    Wuffige Grüße, Deco

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  16. Herrlich ist es an der See und bei Eurem tollen Bericht und den schönen Bildern kriege ich gleich Heimweh !!!

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