Montag, 1. Juni 2015

Karlsson erzählt: Den ganzen Tag Tiere



Ich habe das Landleben inzwischen gut im Griff. Gut, ich gebe zu, dass es eine Weile gedauert hat, bis ich mich eingelebt hatte. Ich hab’s eben nicht so mit Veränderungen. Aber einmal richtig angekommen, habe ich sofort die notwendigen Maßnahmen ergriffen. Eichkater Willi zum Beispiel habe ich sehr schnell beigebracht, dass er in MEINEM Garten nichts zu suchen hat. Gar nix! Wenn er jetzt zu Helga an die Meisenknödel will, klettert er über Opa Böhms Garagendach statt über unsere Wiese zu flitzen. Das ist natürlich insofern schade, dass ich ihn nun nicht mehr fangen und grillen kann. Aber er akzeptiert meine Grenzen. Gut so.

Ich erzähle euch mal, wie es auf dem Land wirklich zugeht: Total stressig!
  Die Schäfertrinen von nebenan, über die Polly sich ständig aufregt, interessieren mich nicht so. Die haben ihren Garten und ich meinen. Ende der Geschichte. Was Polly dauernd von denen will, weiß ich nicht. Muss `n Mädchending sein. Ich finde den weißen Schäferrüden, der dauernd unsere Straßenecke markiert viel nerviger. Das ist so ‘n richtiger Lackaffe.

Aber im Großen und Ganzen läuft es bei mir. Nur manchmal gibt es Tage… Neulich zum Beispiel lag ich morgens ganz gemütlich im Schlafzimmer vor der Terrassentür und döste in der Sonne, als vor meiner Nase wahrhaftig ein Babykaninchen vorbeihoppelte. Das habe ich natürlich sofort gemeldet. Der Papa ist auch rausgegangen, da hatte sich das Babykaninchen schon unter unseren Strandkorb verkrümelt. Wenn er es nun mit einem Besenstil in den Po gepiekt hätte, wäre es bestimmt wieder vor gekommen und ich hätte es ganz leicht packen können. Aber nein. Mir wollte noch nicht mal jemand die Tür aufmachen, geschweige denn bei der Karnickeljagd behilflich sein. 

Während ich noch darüber nachdachte, wie wir die Kaninchenplageim Garten in den Griff bekommen können, rannte die restliche Familie schon zur Haustür und guckte aufgeregt auf unsere kleine Straße. Kaum zu glauben, da kamen zwei Schafe auf unsere Gartentür zugelaufen. Die wollen doch wohl hoffentlich nicht auch noch bei uns einziehen, dachte ich. Unser Frauchen spielte tatsächlich kurz mit dem Gedanken, die Schafe in unseren Garten zu locken, um sie aus der Gefahrenzone zu holen, wie sie sagte. Na, da holst du die Schafe ja wohl eher IN die Gefahrenzone, dachte ich mit einem Seitenblick auf Polly. Die beiden Wollviecher wollten dann auch gar nicht hereinkommen, sondern stellten sich auf den Acker gegenüber von unserem Haus. Während der Papa versuchte, den verantwortlichen Schäfer ans Telefon zu bekommen, fuhr der große Kabelwagen durch unsere Straße (wir kriegen gerade eine neue Stromleitung) und die Schafe schlugen sich hektisch ins Gebüsch. Wir haben sie dann nicht mehr gesehen. 

Dauernd kommen einem hier Viecher in die Quere.


Die wollen doch wohl nicht bei uns einziehen?


Wir sind dann in den Wald gefahren, damit wir beim Dummyspielen nicht dauernd über Schafe und Kaninchen stolpern. Im Wald war es an dem Vormittag angenehm ruhig. Nicht mal Rehe haben wir getroffen. Die waren nämlich in der Zwischenzeit auch schon bei uns zu Hause eingetroffen. Als wir wieder zu Hause ankamen, standen zwei Rehböcke auf dem Maisacker vor unserer Haustür und haben da genauso rumgetobt wie Polly und ich das manchmal bei uns im Garten machen. Also mir wurde das dann zu viel Action für einen Vormittag. Und ich war auch müde vom Wald und vom Dummyspielen. Deshalb habe ich mich schlafen gelegt. 

Soweit komme ich also ganz gut klar mit dem Landleben. Nur manchmal finde ich es hier etwas überfüllt.


















Kaninchen, Rehe, Schafe oder Schäferhunde - Kein Problem, Ich würde da schon durchräumen.

Kommentare:

  1. Super Karlsson, dass du dich so gut eingelebt hast. Ich sehe, es ist total spannend bei euch, vielleicht solltet ihr Abenteuerurlaube anbieten oder so. Da fänden sich bestimmt so manche Terrier, die bei euch mal urlauben würden und hinterher, tja, da hättest du dann erst mal ne Weile deine Ruhe. Überleg es dir mal, so eine Taschengeldaufbesserung kann ja nie schaden.

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Gottseidank haben wir hier nicht jeden Tag Abenteuerurlaub. Nur ab und zu mal. Das reicht dann auch.
      Liebe Grüße aus Terrierhausen

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  2. Du lieber Gott, braucht Ihr einen Pförtner??? Vor diesem Massenandrang kann man ja nur die Augen verschließen und abdösen. Alles andere artet ja in Stress aus...

    LG Andrea und Linda

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    1. Ha ha, Pförtner ist 'ne super Idee. Am besten in so'nem kleinen Häuschen vorn an der Gartenpforte. Wir gleich mal im Baumarkt, ob es dafür einen Bausatz gibt :)))))
      Liebe Grüße aus Terrierhausen

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    2. Ihr habt doch Polly mit dem Hausmeistergen. ;-)

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    3. Die würde ich da eigentlich nicht so gerne einspannen, sonst kommt hier nämlich gar keiner mehr rein ;))))
      LG aus Terrierhausen

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  3. Nun, wer muss da noch in einen Wildpark....Herrliche Bilder.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Nee, extra Wildpark brauchen wir nicht.... :)
      Liebe Grüße aus Terrierhausen

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  4. Lieber Karlsson,
    wir freuen uns das du dich nun so gut eingelebt hast. Bei euch ist ja eine ganze Menge los. Ein Glück das ihr zu zweit sein. Das kriegst du nur mit Polly gemeinsam in den Griff.
    Liebe wauzis von Emma und Lotte

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    1. Ja, manchmal ist es gut, wenn man Verstärkung hat :)
      Liebe Grüße aus Terrierhausen

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  5. ...hach, was das aber auch für tägliche Herausforderungen sind - unfassbar.

    Super, wie das nun geht - obwohl - an dem Frauchen, so scheint es, müsst ihr noch etwas korrigieren - aber sonst - topp - echt - eure Bente

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    1. Ja, das Frauchen ist bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben nicht immer nützlich. Sie hat halt nur beschränkte Fähigkeiten *seufz*
      Liebe Grüße aus Terrierhausen

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  6. wow, was ihr so alles auf dem land erlebt. ich hätte dir liebend gerne beim jagen geholfen, denke aber auch das mein frauli was dagegen hätte. spielverderber.
    Pfotig Milo und Sandy

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    1. Ja, die Frauchen.... siehe oben :)
      Liebe Grüße aus Terrierhausen

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  7. Lieber Karlsson,

    keiner hat behauptet, das Landleben wäre nur entspannend :) Auf dem Land ist eben vieles anders und man muss sich als Terrier mit ganz anderen Problemen auseinandersetzen.
    Bei uns sind es auch meistens die unverschämten Katzen der Nachbarschaft, Waschbären auf Erkundungstour aber auch gerne Rehe, Hasen oder Wildschweine, die sich den Gartenzaun mal näher betrachten! Da ist so ein Terrier immer gut beschäftigt - aber so kann man halt auch zeigen, welches Potential in einem steckt.
    Eine Hasenjagd wäre sicher nach Deinem Geschmack gewesen ... inkl. des anschließenden Festmahls - aber da sind wir Menschen zu zart besaitet :)

    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg bei Deinen täglichen Abenteuern,
    Isabella mit Damon und Cara

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    1. Waschbären sind -glaube ich- noch nicht bis zu uns vorgedrungen und Katzen kommen nicht mehr in unseren Garten. Auch nicht in die Nähe.
      Liebe Grüße aus Terrierhausen

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  8. Wow, ... ihr habt den Wildpark vor der Haustür. Das Katzenproblem haben wir hier auch. Aber mittlerweile weiß hier jeder, dass ich der Boss in der Sieliung bin. *ha ha*

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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    1. Die Katzen trauen sich nicht mehr in unseren Garten. Auch nicht an den Zaun. Die sind schließlich nicht lebensmüde. Wir sind ZWEI Terrier :)
      Liebe Grüße aus Terrierhausen

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  9. Ui tolle Fotos der Rehböcke, die gefallen mir richtig gut. Und das es mit dem Einleben nun auch so schön klappt ist ja prima. Dann können die Abenteuer ja weitergehen.
    lg becki und Joy

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  10. Ja, die zweikämpfenden Rehböcke am helllichten Tag waren schon was Besonderes.
    Liebe Grüße aus Terrierhausen

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  11. Hallo nach Terrierhausen ,
    wir haben heute deinen Blog entdeckt ,
    unglaublich viel los bei dir aufn Land ☺ ich bin gespannt was du noch erlebst und berichtest
    lg Taliska

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  12. ... wie weit seid ihr mit den Korrekturen für das Frauchen ?
    Ihr seid Terrier - zwei - da ist doch was gelaufen - los - raus damit !
    Wir sind hier doch nicht nur zum Vergnügen !
    Eure Bente

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